Grundlagen
Was Trockeneisstrahlen kann — und was nicht
Auf so einer Seite steht meistens nur, was geht. Hier steht beides: wofür das Verfahren gebaut ist, und wo es aufhört. Das spart Ihnen den Weg und uns eine Enttäuschung.
Wie es funktioniert
Trockeneis ist gefrorenes Kohlendioxid mit einer Temperatur von −78,5 °C. In Pelletform wird es mit Druckluft auf die Oberfläche geschossen. Drei Dinge passieren gleichzeitig.
Erstens der Aufprall: Er löst die Schicht mechanisch an, ohne das Grundmaterial anzugreifen — Trockeneis hat eine Mohshärte von etwa 2 bis 3 und ist damit deutlich weicher als Stahl, Aluminium oder ausgehärteter Lack.
Zweitens der Kälteschock: Die Verschmutzung versprödet schlagartig und zieht sich zusammen. Zwischen Schicht und Untergrund entstehen Risse.
Drittens die Sublimation: Das Pellet geht direkt in den gasförmigen Zustand über und vergrößert sein Volumen dabei um ein Vielfaches. Diese Ausdehnung sprengt die gelöste Schicht ab.
Deshalb bleibt am Ende nur der abgelöste Schmutz übrig. Kein Wasser, kein Strahlsand, kein Chemiefilm.
Das löst sich gut
- Fett, Öl, Wachs und Konservierung
- Alter, spröder Unterbodenschutz
- Verkrustungen an Motor und Getriebe
- Flugrost und lose Rostschichten
- Farbe und Graffiti auf Beton und Stein
- Klebereste und Dämmpappen
Hier hört es auf
Tiefer, fester Rost
Trockeneis hat eine Mohshärte von 2 bis 3 und arbeitet nicht abrasiv. Es nimmt losen Rost mit, aber es trägt kein festes Narbenrost ab. Dafür gibt es das Abrasivstrahlen.
Dauerelastischer Unterbodenschutz
Frische PVC- und Wachsschichten sind weich und geben nach, statt abzuplatzen. Alter, spröder Unterbodenschutz löst sich dagegen gut. Welcher Fall vorliegt, sieht man erst am Objekt.
Offene Elektronik
Steuergeräte und offene Platinen werden vor dem Strahlen abgedeckt. Der Prozess ist trocken, aber der Kälteschock ist nichts für ungeschützte Elektronik.
Frisch freigelegtes Blech
Blankes Metall zieht Kondenswasser, sobald es wieder warm wird. Planen Sie die Konservierung oder den Neuaufbau direkt im Anschluss ein.

Materialien
- Stahlblech und KarosserieDer Standardfall.
- Aluminium und GussKein Abtrag, Maße bleiben erhalten.
- Motor- und GetriebegehäuseAuch verölt und verkrustet.
- Beton, Putz, NatursteinFarbe und Graffiti, ohne Abwasser.
- HolzMit reduziertem Druck, vorher Probestelle.
- Dünnes Blech unter 0,6 mmKann sich verziehen, vorher prüfen.
- Offene Elektronik und PlatinenWird abgedeckt, nicht gestrahlt.
- Poröse, alte GummidichtungenKönnen brechen, gemeinsam anschauen.
Im Zweifel entscheidet die Probestelle
Vieles lässt sich am Foto einschätzen, manches erst am Objekt. Beides bekommen Sie von uns, bevor Kosten entstehen.
